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10 Fragen an Ihren Finanzberater

Aktualisiert: Jan 11

Dieser folgende Blogbeitrag beruht auf meinem Buch.


Vorwort


Ein kleines Gedankenspiel:

Stellen Sie sich vor, Ihr Großvater hätte vor 50 Jahren zwei Tresore besessen.

Tresor 1: Aktien, Immobilien und Edelmetallen

Tresor 2: Sparbüchern, Bausparen und klassischen Lebensversicherungen

Zu dem Zeitpunkt vor 50 Jahren hatten beide Tresore den gleichen Geldwert. Für welchen würden Sie sich heute entscheiden?

Die meisten Menschen sagen hier natürlich Tresor 1. Die eigentliche Frage ist, wenn doch die meisten Menschen richtig entscheiden, warum investieren Sie Ihr Geld dennoch in Tresor 2?

Es ist unsere Schulbildung. In Deutschland redet man nicht über Geld, obwohl das besonders in der heutigen Zeit ohne Zinsen sehr wichtig ist.

Aus dem Grunde ist es auch immens wichtig einen passenden Finanzberater zu finden, damit Sie sich zurücklehnen können während er Ihre Finanzen regelt.

Die Idee zu diesem Buch kam, da wir gemerkt haben, dass sehr viele Menschen keine Idee haben auf welche Aspekte es ankommt bei der Wahl eines Finanzberaters.

Bei dem Überangebot ist das auch gar nicht so einfach. Bänker, Versicherungsvertreter, Versicherungsmakler, Mehrfachagenten, Ausschließlichkeitsvertreter und viele mehr. Die meisten Begriffe können Sie als Laie kaum unterscheiden.

Ziel dieses Buches ist, dass Sie Unterstützung haben bei der Suche nach dem passenden Berater.

Lesen Sie sich die Kapitel aufmerksam durch. Notieren Sie dabei die Fakten, die zu Ihrem bisherigen Berater einfallen.

Am Ende des Buches haben Sie dadurch eine grobe Einschätzung wie gut Ihr bisheriger Berater zu Ihnen passt.

Ich wünsche Ihnen Viel Spaß beim Lesen.


Ist Ihr Berater ungebunden?

Duden: „Durch keinerlei verpflichtende Bindungen festgelegt“

Ungebundenheit ist in der heutigen Zeit ein sehr wichtiges Thema in vielen Bereichen. Wir vergleichen unsere Handyverträge, Restaurants, Fitnessstudios und vieles mehr.

Warum machen wir dies nicht auch bei unseren Finanzen?

Auf den ersten Blick wirkt das sehr schwierig, da uns meist die fachliche Kompetenz fehlt. Sehr gut wäre es ja, wenn Ihr Berater nicht nur für eine Gesellschaft arbeitet und deren Produkte vertreibt. Sie gehen ja auch nicht in einen Supermarkt, der nur seine Eigenmarke verkauft. Oder?

So ein ungebundenes Produktportfolio haben in Deutschland nicht viele Berater zu bieten. Meist sind dies freie Makler. Ein freier Makler hat die Möglichkeit Preise und Leistungen verschiedener Gesellschaften zu vergleichen, vorausgesetzt der fachlichen Kompetenz.

Vorsicht ist geboten bei Beratern die sich als ungebunden ausgeben, aber nur Tochtergesellschaften eines Mutterkonzerns vertreiben. Das ist meistens gar nicht so leicht zu erkennen.

Des Weiteren gibt es auch viele Finanzvertriebe, die auf den ersten Blick so wirken, aber auch nur ein begrenztes Portfolio anbieten.


Berät er Sie bis zur Rente?

Eine Frage worüber sich die wenigsten Menschen Gedanken machen ist das Alter des Beraters. Warum?

Kurz zu der aktuellen Situation. Der durchschnittliche Berater in Deutschland ist circa 50 Jahre alt. Also sehr wahrscheinlich deutlich älter als Sie. Meistens kommt die Konstellation dadurch zustande, dass man wie üblich von damals von den Eltern zum Versicherungsvertreter des Vertrauens geschickt wurde. Das bringt einige Nachteile mit:

1. Beraterwechsel kosten fast immer Geld. Stellen Sie sich vor Sie werden 15 Jahre von Ihrem Berater betreut und der geht dann plötzlich in Rente. Sie stehen mitten im Leben und werden einen neuen brauchen. Entweder bekommen Sie jetzt einen anderen bei derselben Gesellschaft oder Sie suchen sich einen komplett neuen. Egal wie es verläuft. Er wird sehr wahrscheinlich bestehendes kündigen und neue Abschlüsse generieren. Er hat ja bisher nichts an Ihnen verdient und kaum wirtschaftlichen Vorteil Sie sonst zu betreuen. Ein guter Berater sollte vorher immer versuchen bestehendes zu optimieren, falls möglich. Wollen Sie das Risiko eingehen an jemand falsches zu geraten?

2. Ganz einfach. Er kennt Sie am besten. Ihr Berater sollte Sie so lange es geht begleiten, um Ihre Situation von vorne bis hinten zu kennen.

3. Ein Berater der schon 30 Jahre am Markt ist kennt meistens noch alte Produkte. Klar gibt es viele Möglichkeiten sich weiterzubilden. Aber für wie wahrscheinlich empfindem Sie es, dass jemand der 30 Jahre lang Bausparverträge verkauft hat plötzlich mit einem Depotsparplan daherkommt? Aus Erfahrung kann ich sagen, die Anzahl an Gewohnheitsverkäufern ist immens hoch.


Wo sind Sie investiert?

Haben Sie sich jemals gefragt wo Ihr Geld investiert ist? Falls Sie nicht wissen wo, wissen Sie ob überhaupt?


Es gibt einen Unterschied zwischen Geldwertorientiert und Sachwertorientiert.

Geldwerte sind beispielsweise Sparbücher, klassische Lebensversicherungen und Bausparverträge.

Sachwerte sind Aktien, Immobilien, Edelmetalle und vieles mehr.

Und jetzt zur harten Wahrheit. Sie haben gar keine Wahl als Sachwertorientiert zu sparen. Zumindest nicht, wenn Sie z.B. im Alter Ihren Lebensunterhalt entspannt bestreiten wollen.

Ein kleines Beispiel:

Sie sind 25 Jahre alt und möchten für das Alter sparen. Ihr Renteneintritt ist mit 67 Jahren. Und wir gehen davon aus, dass Sie ca. 87 Jahre alt werden bzw. 20 Jahre lang Ihre Rente beziehen. Sie hast die Wahl zwischen einem fondsbasierten Produkt oder einem klassischen.

Folgende Daten haben wir über Sie: Einkommen: 1500€ Nettogehalt Rente: 500€*/Monat Lücke: 1000€/Monat

1000€ * 20 Jahre Rente = 240.000€

Bei einer Inflation (fragen Sie mich gerne was das ist) von angenommen 1,5% brauchen Sie mit 67 ein Kapital i.H.v. ca. 450.000€.

Jetzt schauen wir uns an wie viel Geld Sie monatlich bei Seite legen müssten um Ihr benötigtes Kapital zu erreichen.

Bei dem fondsgebundenen Produkt gehen wir von einer durchschnittlichen Rendite von 7% p.a. aus. Bei dem klassischen von großzügigen 2% p.a.:

Klassisch: 571,95€ Fondsgebunden: 156,66€

Jetzt die Frage an Sie. Glauben Sie Durchschnittsverdiener kann 571,95€ jeden Monat sparen?

*Vereinfacht geschätzte Rente für einen jetzt 25 jährigen Durchschnittsverdiener

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Ist Ihr Berater IHK geprüft?

Wussten Sie, dass es vor 2007 gar nicht nötig war eine Prüfung zu haben, um im Bereich Versicherungen zu vermitteln? Für den Bereich Investment gibt es sogar erst seit 2013 eine Regelung mit der IHK Prüfung nach §34f GewO.

Somit kann es sein, dass Ihr Berater noch unter die Alte-Hasen-Regelung fällt und tatsächlich Sie beraten darf, ohne jemals seine fachliche Kompetenz unter Beweis zu stellen.

Schon seltsam, oder?

Der gesamte Markt wird seit Jahren reguliert, was auch gut so ist. Seien Sie sicher, dass Ihr Berater auf dem aktuellsten Stand ist.

Verlassen Sie sich aber nicht einzig und alleine auf IHK-Prüfungen. Nur weil jemand die IHK-Prüfung bestanden hat, heißt es nicht, dass er auch in der Praxis Ihenn ein gutes Produkt vermittelt. Es soll nur einer von vielen Anhaltspunkten sein.


Betreut er Sie regelmäßig?

Eine äußerst wichtige Frage im Bezug auf die Betreuung ist, ob diese regelmäßig stattfindet. Ihre Lebenssituation kann sich ständig ändern und Ihr Finanzplan sollte sich immer anpassen.

Vereinbaren Sie regelmäßige Termine um Ihren Plan zu aktualisieren. Meistens reicht es auch einfach aus, wenn beide Seiten informiert sind, dass sich nichts getan hat seit dem letzten treffen und alles beim Alten bleiben kann.

Wichtig ist auch ob Ihr Berater bei Fragen immer zur Stelle ist. Wir sind es in der heutigen Zeit gewohnt, dass alles schneller geht. WhatsApp und co. begleiten unser Leben und machen die Kommunikation immer schneller. Da haben Sie sicherlich keine Lust erstmal eine automatisierte Email zu bekommen und drei Tage auf eine Antwort zu warten.

Gehen Sie auf Nummer sicher und überlege gut ob Ihr Berater Ihnen diese Betreuung langfristig bieten kann.


Verkauft Ihr Berater oder berät er Sie?

Die erste Frage unserer Beratung ist immer, was Sie denn bereits haben an Investments und Absicherungen. Das können die meisten Kunden noch beantworten. Sobald aber die Frage kommt, warum Sie genau das Produkt haben und wie es funktioniert ist auch schon Schluss.

Würden Sie sich ein elektronisches Gerät im Wert von mehreren tausenden Euro Zuhause hinstellen ohne eine Bedienungsanleitung?

Viele tun das im Bereich Versicherungen und Investment. Dabei kann das Thema so spannend sein. Wichtig ist, dass Sie erst verstehen wie das Produkt funktioniert und ob es für Sie einen glasklaren Nutzen hat. Das ist eine Beratung. Alles andere nur Verkauf.

Des Weiteren sollten Sie sich die Frage stellen, was Sie überhaupt brauchen. Der Deutsche ist überversichert. Das ist Fakt. Nur leider ist es häufig so, dass unter den ganzen Verträgen die wichtigsten Sachen fehlen.

Gibt Ihr Berater die nötige Zeit zum Überlegen?


Berät er Sie in allen Finanzfragen?

Haben Sie einen Finanzberater oder haben Sie einen Berater bei der Bank und zusätzlich einen bei einer Versicherung?

Viele Menschen sind bei mehreren Gesellschaften beraten. Das führt dazu, dass Ihr Finanzordner häufig nicht perfekt aufeinander abgestimmt ist. Dabei ist es äußerst wichtig, dass Sie eine Person haben, die sich komplett mit Ihren Finanzen auskennt.

So können doppelte oder falsche Absicherungen vermieden werden. Außerdem haben Sie einen gezielten Ansprechpartner, zu dem Sie persönlichen Kontakt halten.

Ganz einfach können Sie es herausfinden, indem Sie Ihren Berater einfach mal fragen in welchen Bereichen er tätig ist. Beachten Sie immer die Kombination mit Kapitel 1. Sie können zwar einen Berater bei der Bank haben, der auch Versicherungen anbietet. Der ist aber sehr wahrscheinlich wieder gebunden an seinen Arbeitgeber.

Folgende Bereiche sind wichtig für eine ausführliche Beratung:

Versicherungen Investment Bankgeschäfte (Kredite, Immobilienfinanzierungen) Immobilien


Was ist seine Unternehmensphilosophie?

Eine Unternehmensphilosophie ist das Grundgerüst einer Firma. Sie wird gelebt in der Vision, Organisation und leitenden Prinzipien.

Dieses Selbstverständnis eines Unternehmens wird nach innen (z.B. gegenüber Mitarbeitern) und nach außen gelebt (Kunden, Investoren, Lieferanten).

Sicherlich kennen Sie einige Firmen, wie zum Beispiel Namenhafte Mobiltelefonhersteller bei denen die Philosophie sehr klar erkennbar ist.

Ein Beispiel dafür ist das Abgrenzen von bestimmten Produktbereichen oder der Umgang mit Mitarbeitern.


Bietet er die Möglichkeiten von Digitaler Beratung?

Digitale Beratung hat verschiedene Ausprägungen.


1. Die komplett digitale Beratung

Dabei haben Sie eine Videokonferenz mit Ihrem Berater. Vorteil dabei ist, dass Sie über weite Entfernungen eine Betreuung aufrechterhalten können.


2. Die teilweise digitale Beratung

Dies ist zum Beispiel der Fall, wenn noch eine Unterschrift benötigt wird oder eine Kleinigkeit fehlt. Sie können in dem Fall per Smartphone solche Dinge mit Ihrem Berater erledigen ohne nochmals in das Büro zu müssen. Sie haben aber trotzdem die Möglichkeit persönlich vor Ort betreut zu werden. Neben der Beratung sollte es für Sie eine App geben, um Ihre Finanzen übersichtlich zu behalten. In der heutigen Zeit ist es besonders für die Millenials wichtig Zeit zu sparen und modern zu arbeiten. Neben den ganzen praktischen Vorteilen tut es zudem der Umwelt gut.


Angestellt oder Selbstständig?

Warum ist das wichtig?

Ob Ihr Berater ein Angestellter oder Selbstständiger ist hat etwas mit dem Interessensunterschied zu tun.


Ein Angestellter muss seinen Chef zufrieden stellen, ein Selbstständiger den Kunden. Sie kennen bestimmt Bausparwochen, jedes Fenster der Bank bewirbt die Aktion.

Die Berater sind angehalten jedem Kunden einen Bausparvertrag anzubieten, dabei ist völlig irrelevant ob es sich für den Kunden lohnt. Die Masse der Laufkundschaft unterstützt das System.


Der Selbstständige muss sich dagegen auf die Bedürfnisse des Kunden einstellen, um weiterempfohlen zu werden. Für den Kunden ein großer Qualitätsvorteil.

Ein weiterer Punkt ist, dass ein Angestellter kein direktes wirtschaftliches Risiko hat. Wenn der Angestellte einen Fehler macht, wird es an die Gesellschaft abgewälzt. Der Kunde gegen eine große Bank oder Versicherung? Schwieriges Thema. Der Selbstständige dagegen haftet mit seinem eigenen Namen. Da kann sich schlechte PR sehr schnell ins Negative entwickeln.


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